2016–2022
IBA_Wien

Neues so­zial­es Woh­nen

In ganz Europa wachsen die Städte bei gleichzeitig schwacher wirtschaftlicher Entwicklung. Wien als eine führende Stadt auf dem Gebiet des sozialen Wohnbaus hat sich daher entschlossen, im Rahmen der „IBA_Wien 2022 – Neues soziales Wohnen“ rechtzeitig neue Wege zu suchen, um unter diesen Rahmenbedingungen auch in Zukunft leistbaren und qualitätsvollen Wohnraum in einer lebenswerten Stadt zu bieten. Die IBA_Wien fokussiert daher bewusst weniger auf die Probleme der Gegenwart als auf die Herausforderungen der Zukunft, die sich nicht nur für Wien, sondern für viele andere Städte im europäischen Raum darstellen. Wien weist seit vielen Jahren ein überdurchschnittlich hohes Bevölkerungswachstum auf, die Handlungsfelder erstrecken sich daher nicht nur auf Neubau, sondern auch auf den Weiterbau der Stadt (Bestandsentwicklung) und sehr grundsätzlich auf das Zusammenleben in der Stadt. Die IBA_Wien ist ein Projekt der Stadt Wien, ihr Koordinator ist Wolfgang Förster, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Kurt Hofstetter den Prozess leitet. 
Die IBA_Wien weist drei Leitthemen auf:

Neue soziale Quartiere: Stadt ist nicht, sie wird. In diesem Verständnis geht es um die Initiierung, die Gestaltung und Begleitung urbaner Sukzessionsprozesse zu neuen sozialen, inklusiven Quartieren. Es sollen unter anderem Antworten zur Ausdifferenzierung von Lebensstilen, neuer Arbeitsformen und Erwerbsmöglichkeiten sowie zu Mobilitätsbedürfnissen gegeben werden.

Neue soziale Qualitäten: Die Anforderungen an das Wohnen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Kostensteigerungen auf dem Grundstücksmarkt, neue Standards und Normen sowie stetig steigende Erwartungshaltungen an die Ausstattung der Wohnungen führen zu Preisanstiegen für Wohnraum. Die IBA_Wien will sich mit Fragen des Umgangs mit gesellschaftlichen Veränderungen, der sozialen Nachhaltigkeit in Quartieren, der Leistbarkeit des Wohnens und des Lebens im Allgemeinen auseinandersetzen.

Neue soziale Verantwortung: Angesichts einer zunehmend angespannten Situation des kommunalen Finanzhaushaltes bei gleichzeitig steigendem Anteil an Menschen in prekären Verhältnissen, stellen sich Fragen nach der Weiterentwicklung und Neudefinition des vorhandenen Instrumentariums des geförderten Wohnbaus.

Diese Leitthemen bilden den Rahmen für die Aktivitäten der nächsten Jahre und darüber hinaus. 2020 will Wien in einer Zwischenpräsentation bis dahin entwickelte Projekte zur Diskussion stellen. Im Präsentationsjahr 2022 sollen dann sowohl städtebaulich, als auch sozial innovative Projekte aus den Handlungsfeldern Neubau, Bestandsentwicklung und Zusammenleben zu besichtigen sein. Wiens weltweit führende Rolle im Wohnbau soll damit auch für die Zukunft weiter gestärkt und die Erfahrungen mit anderen Städten geteilt werden.

www.iba-wien.at

Auf dem Bauzaun „Gesichter der Seestadt“ präsentieren die Bewohner ihre Aktivitäten für die Baustelle im Rahmen der IBA_Wien, 2016 © Wien 3420 / SiMshot Fotografie
Mit der Kick-Off-Veranstaltung im Kuppelsaal der TU Wien erfolgte am 29. Februar 2016 der offizielle Projektstart zur IBA_Wien 2022 © PID / C. Jobst
Beim Aktionstag „living::sounds – living::moves SONNWENDVIERTEL“ begegneten sich Menschen aus den angrenzenden Alt- und Neubauvierteln, 2016 © Petra Rautenstrauch
IBA-Talk zum Thema „Politisch! Verantwortung für das Wohnen in der Stadt“ in der FABRIK | Seestadt Aspern, 2016 © future.lab