Aschers­le­ben

Von außen nach in­nen – Kon­zen­tration auf den Kern

Aschersleben, die älteste Stadt Sachsen-Anhalts, zählt zu den Stadtumbaupionieren und verfolgte lange Zeit eine Entwicklungsstrategie von außen nach innen: Im Zuge der IBA-Strategie wurde am Stadtrand überflüssige Bausubstanz abgerissen, um das historische Stadtzentrum wieder zu beleben. 

Aschersleben eroberte sich langsam seinen Stadtkern zurück: Historische Häuser wurden saniert, Behörden, Bildungs- und Einkaufszentren in die Stadtmitte verlagert, das Angebot durch einzelne Neubauten ergänzt. Die Altstadt wurde wieder zur Stadt der kurzen Wege. Auf einer innerstädtischen Industriebrache entstand durch Umbau, Sanierung und ergänzenden Neubau das Bildungszentrum Bestehornpark. Zwei Grundschulen, eine reformpädagogische Sekundarschule und eine Weiterbildungseinrichtung für Kranken- und Altenpflege zogen hier ein. Im Rahmen der Landesgartenschau 2010 wurde das gesamte Areal als grüner Schulcampus und öffentliche Erholungsfläche neu gestaltet.

Gleichzeitig entstand auf einer Hauptverkehrsstraße ein neuer öffentlicher Raum. Fast drei Viertel der Gebäude an dieser von Lärm und Abgasen belasteten Verkehrstrasse standen leer. Als Visitenkarte von Aschersleben war sie denkbar ungeeignet. Im Zuge der IBA Stadtumbau begann man 2004 die Ruinen und leerstehenden Gebäude zu Kunstobjekten umzugestalten und so ein neues Publikum anzulocken. Das Ergebnis: die DRIVE THRU Gallery. Diese Freiluftgalerie wurde kontrovers diskutiert, ist aber gerade dadurch in den Fokus der Stadtöffentlichkeit und in die bundesweite Aufmerksamkeit gerückt. 

Adressen:
Bildungszentrum Bestehornpark:
Wilhelmstraße 21-23, 06449 Aschersleben
Drive Thru Gallery:
Entlang der Ortsdurchfahrt (Bundesstraßen B6, B180 & B185)

Projektbeteiligte:
IBA-Büro: Sonja Beeck, Günther Graviat, Kerstin Faber
IBA Experten: Ursula Achternkamp, Kai Vöckler
Stadt Aschersleben: Anke Lehmann, Andreas Michelmann, Uwe Rothe, Klaus Schaffhauser, Ria Uhlig
Kreativteam Workshops 2002–2005: Ralf Niebergall, Jörg Schlinke, Katharina Schütze, Heike Sperling, Ria Uhlig, Tom Unverzagt, Kai Vöckler
Partner und weitere Beteiligte: Wolfgang Adam, Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH, Ernst-Karl vom Böckel, Aschersleber Kunst und Kulturverein e. V., Manon Bursian, Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Gilles Delalex, Verena Hahn, Marco Hartmann, Vivien Horn, Mark Hornbogen & Tom Gräbe, Marcel Karius, Stefan Lochmann, Matthias Mayer, Katrin Schlitt, Martin Schmitz, Mathias Streuer, Axel Wieczorek, Marion Zens, René Weiszbarth, Radio Harz-Börde-Welle, Förderkreis Stephaneum, Sparkasse Salzlandkreis, Gymnasium Stephaneum, Berufsbildenden Schulen, GTS Albert Schweitzer, „7/24 öffentlich“ aka, Mo Magic, Freiraumkombinat

Gestalter:
Eine-Lauf: lohrer.hochrein, landschaftsarchitekten bdla gbr (München, Magdeburg)
Bestehornpark: Büro Lederer + Ragnasdottir + Oei Architekten
DRIVE THRU Gallery: Ursula Achternkamp, Sonja Beeck, Kai Vöckler, Detlef Weitz (chezweitz & roseapple)
Epitaphe: Handwerkerbildungszentrum, Jörg Schlinke
Infosatellit: Heike Sperling, Tom Unverzagt
Recyclingwand: Ralf Niebergall
DRIVE THRU Akteure 2004: ASL Fiction Jörg Schlinke mit Schülern in Kooperation mit dem AKKU e. V. Filmpalast Aschersleben dem Filmmuseum und dem Archiv für Film und Fernsehen Potsdam
DRIVE THRU Akteure 2007: Christopher Winter
DRIVE THRU Akteure 2008: Ausstellung „hinter dem Fenster“: Andreas Lieding und die Klasse 5b der Albert-Schweitzer-Ganztagsschule, Marco Werner, Vereinigte. Kirchenkreise Dortmund; Ausstellung „Zuhause“: Christina Dimitriadis, Karl Heinz Kleinbub, Jörg Przyborowski, Valentina Seidel, Albrecht Tübke
DRIVE THRU Akteure 2009: „DRIVE IN – MOTEL ASL 2009/10“ („Zebra-Park“) Gilles Delalex „A light smell of french fries“: Luc Mattenberger, Lutz Pannicke / „Liebenwahnscher Plan“: Verena Hahn / „This way okay“: Manuel Cota, Firma Heck, Isamu Krieger, Peter Neumann / „Geruchspfad“: Christoph Remitschka, Gerd Schickerling, Dieter Voigt/„public picnic“:, Oliver Schübbe/OS2-Designgroup / „Sozialpalast-mobil“: Erik Biembacher, Katrin Schnieders / No Accident in Paradise: Samir el Borno, Stachy Gondesen, Tino Schmidt, Albrecht Ziepert / Caravanites: Tom Gräbe, Ursula Häse, Philipp Klahn, Björn Klaus, Philipp Knill, Peter Piek, Fabian Zeuch / Installation Stargazer 2009: Ursula Achternkamp, Peter Neumann, Lutz Pannicke, Klaus Schaffhauser, Kurt Helmut Wiese DRIVE THRU Akteure 2010: (chezweitz & roseapple), Holger Jansen, Jörg Przyborowski, Teska + Weghoff
Workshop Abschlusspräsentation vor Ort: Ria Uhlig, Sonja Beeck, Kerstin Faber, Ursula Achternkamp, Matthias Brettschneider, René Weiszbarth
Abschlusspräsentation 2010: chezweitz & roseapple (Berlin)

Quellen und weitere Informationen: 
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010: Weniger ist Zukunft. 19 Städte – 19 Themen, 2010.

www.iba-stadtumbau.de

Die DRIVE THRU Gallery präsentiert die Ausstellung „Hitzefrei“ mit Arbeiten von Christopher Winter, 2007. Foto: Doreen Ritzau © IBA-Büro GbR
Die DRIVE THRU Gallery präsentiert die Ausstellung „Hitzefrei“ mit Arbeiten von Christopher Winter, 2007. Foto: Doreen Ritzau © IBA-Büro GbR
Die DRIVE THRU Gallery präsentiert die Ausstellung „Hinter dem Fenster“ der Ganztagsschule Albert Schweitzer, 2008. Foto: Michael Uhlmann © IBA-Büro GbR
Im Rahmen der Landesgartenschau 2010 gestaltete Freiflächen des Bildungscampus, 2010. Foto: Michael Uhlmann © IBA-Büro GbR
Mit der Revitalisierung der einstigen Verpackungsfabrik ist das Bildungszentrum Bestehornpark entstanden, 2010. Foto: Michael Uhlmann © IBA-Büro GbR