Land­mar­ke Lau­sitz­er Seen­land, Senf­ten­berg

Weit­sicht ins Seen­land

In der größten künstlichen Seenlandschaft Europas setzt die Landmarke Lausitzer Seenland ein unübersehbares Zeichen: Der 30 Meter hohe Aussichtsturm ist Symbol für den Landschaftswandel und begehbare Skulptur in einem. Im Rahmen der IBA see erbaut, erinnert er an die industrielle Vorgeschichte der Region und spricht von ihrer Zukunft. 

Über 150 Jahre lang hat der Bergbau die Lausitz geprägt. Bis zu 30 Tagebaugruben waren gleichzeitig in Betrieb und verwandelten eine jahrhundertealte Kulturlandschaft in eine Mondlandschaft mit gewaltigen Kratern. Mit Ende der Bergbauära wurden sie saniert, geflutet und rekultiviert. Insgesamt wird das Lausitzer Seenland nach beendeter Flutung aus über 20 Seen bestehen und eine Wasserfläche von ungefähr 14.000 Hektar haben. Die Seen sind von Menschenhand geschaffen, und das soll man ihnen auch ansehen – so die Vision der IBA. Es sind gerade jene Bruchstellen und Berührungspunkte zwischen Industrie und Natur, die das Lausitzer Seenland und die Region ausmachen. An einem Verbindungskanal inszenierte die IBA see diese Spannung im Zentrum der Seenlandschaft mit einer Landmarke, einer begehbaren Skulptur. Hervorgegangen aus einem Architekturwettbewerb erinnert der aus rostfarbenem Cortenstahl erbaute Aussichtsturm an die industrielle Geschichte des Seengebietes und an stählerne Bergbaugeräte. Gleichzeitig betont er als moderne Skulptur das Neue, Einmalige, Ungewöhnliche dieser Landschaft im Wandel. Aus 30 Metern Höhe sieht der Besucher nun drei Seen gleichzeitig und am Horizont die Kraftwerke Schwarze Pumpe, Boxberg und Jänschwalde. 

Seit Eröffnung hat die Landmarke viel Aufmerksamkeit erfahren und wird als Ausflugsziel gerne angenommen. Umgangssprachlich hat sich bereits ein Spitzname eingebürgert: Rostiger Nagel. 

Lage: 
01968 Senftenberg / OT Kleinkoschen

Projektbeteiligte:
Bauherr: Stadt Senftenberg 
Projektträger: Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungs-Gesellschaft mbH LMBV 
Planung/Architektur: Bürogemeinschaft Stefan Giers (München) und Landschaftsarchitekturbüro Giers
Weitere Projektpartner: MIR Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg, Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg

Quellen und weitere Informationen: 
www.lausitzerseenland.de
www.iba-see2010.de

Die Landmarke am Sornoer Kanal, 2012. Foto: Detlef A. Hecht
Die Landmarke kurz nach Eröffnung. Die umgebenden Seen führen noch einen niedrigen Wasserstand, 2009. Foto: Profifoto Kliche
Die Landmarke als Aussichtsturm zwischen dem Sedlitzer und Geierswalder See, 2009. Foto: Christina Glanz
Landmarke mit skulpturalem Treppenaufgang aus rostfarbenem Cortenstahl, 2008. Foto: Renè Greger