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Was ist eine IBA?

Die Abkürzung IBA steht für Internationale Bauausstellung. Schon seit mehr als einem Jahrhundert gehören IBAs als ein Format der Baukultur zu den einflussreichsten Instrumenten der Stadtentwicklung in und außerhalb von Deutschland. Bei einer IBA wird in einem Projektzeitraum von etwa zehn Jahren nach zukunftsweisenden und nachhaltigen Lösungen in der Architektur und im Städtebau gesucht. Innovative Ansätze und exzellente Gestaltung sind zwei wesentliche Bausteine der IBA Arbeit. Unter einem bestimmten Leitthema sind IBAs in einem Stadtteil, einer Stadt, einer Region oder einem Bundesland angesiedelt. Die Ergebnisse einer IBA, also real gebaute und gestaltete Projekte, werden zum Abschluss in einer Ausstellung präsentiert.

Was macht eine IBA?

Eine IBA stellt sich drängenden gesellschaftlichen Fragen und beantwortet diese durch beispielhafte und zukunftweisende Modellprojekte. IBAs initiieren, befördern und realisieren Prozesse und Bauprojekte rund um ihr Leitthema; einzelne prägnante Handlungsschwerpunkte prägen die Arbeit. Eine IBA sucht nach Antworten für baukulturelle, ökonomische, ökologische und auch soziale Fragen. Sie ist mehr als eine Architekturausstellung, vielmehr stellt sie neue gesellschaftliche Lebensentwürfe zur Diskussion. Zudem gibt sie wichtige Impulse für architektonische und technische Innovationen und entwickelt das Instrumentarium der städtebaulichen Entwicklung einer Region weiter.

Wie entsteht eine IBA?

Eine IBA entsteht aus unterschiedlichen Impulsen und Anregungen. Jede IBA hatte ihre spezifische Vorgeschichte. Eine IBA kann nur umgesetzt werden, wenn die schöpferischen Kräfte einer Region – oft sind das Vertreter der planenden Berufe oder wissenschaftlicher Einrichtungen – die Politik für ihre Absichten gewinnen und sich mit der Wirtschaft und Zivilgesellschaft verbünden. Bauausstellungen wurden bisher ohne festen Kalender und vorgegebene Regeln realisiert – anders als Weltausstellungen oder Kulturhauptstädte. Das Netzwerk IBA meets IBA verfügt mit dem IBA Memorandum über Leitlinien für Internationale Bauausstellungen und nutzt diese zur Qualitätssicherung. Es gibt keine Institution, die IBAs zertifiziert.

Was kostet eine IBA?

Neben den Kosten für den Betrieb einer IBA Geschäftsstelle werden erhebliche finanzielle Mittel für die Projektarbeit eingesetzt. Für die Projektqualifizierung und -realisierung beim Planen und Bauen werden private und öffentliche Mittel eingesetzt. Im Verhältnis zu herkömmlichen Entwicklungsprojekten in Stadt und Region nimmt die strategische Öffentlichkeitsarbeit einen besonderen Stellenwert ein. Die Kosten sind abhängig von Größe, Aufgabe und Fortschritt einer IBA. Vor allem in den Jahren der Zwischen- und Abschlusspräsentation werden erhebliche Mittel für die Vermittlung und Darstellung der IBA Programmatik und Projekte eingesetzt.

Wer finanziert eine IBA?

IBAs werden aus öffentlichen Mitteln grundfinanziert. Je nach Handlungsraum sind das meist kommunale Mittel, Mittel des Landes oder einer regionalen Körperschaft. Kosten und Finanzierung einzelner Projekte variieren stark, abhängig von Größe und Umfang. Je nach der Bauherrenschaft und Spezifik der jeweiligen Projekte werden die privaten Mittel oft über separate Förderprogramme von EU, Bund und Ländern sowie Stiftungen unterstützt. So soll der spezifische IBA-Mehrwert, nämlich herausragende und innovative Lösungen zu finden, ermöglicht werden.

Wie lange dauert eine IBA?

Eine ambitionierte Projektentwicklung in Architektur und Städtebau braucht mehrere Jahre, nicht zuletzt wegen der gestiegenen Ansprüche an Information und Partizipation. IBAs sind Laboratorien auf Zeit, meist auf einen Zeitraum von etwa 10 Jahren befristet, um Ideen, Mittel und Kräfte überschaubar konzentrieren zu können. IBA Projekte selbst sind im Ergebnis auf Dauer angelegt und sollen die Planungspraxis und Baukultur in Stadt und Region nachhaltig bereichern. Zum Abschluss einer IBA werden die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert, um für diese Bilanz internationale Aufmerksamkeit zu erzielen. Einzelne Projekte können auch sehr langfristig angelegt sein und die Zeitdauer einer IBA deutlich überschreiten.

Wie sind IBAs or­ga­ni­siert?

Eine IBA ist in der Regel als Gesellschaft organisiert, die über Aufsichtsorgane und fachliche Beiräte sowie gesellschaftliche Netzwerke verfügt. IBA-Geschäftsstellen bestehen im Wesentlichen aus Geschäftsführung, Projektleitung, Verwaltung und Mitarbeitern für Projekte, Vermittlung und Öffentlichkeitsarbeit.

Was macht eine IBA erfol­greich?

Die Überzeugungskraft einer jeden IBA beweist sich darin, ob sie gesellschaftlich aktuelle und international relevante Themen aufgreift und durch kreative Lösungen und innovative Gestaltungsvorschläge sichtbar werden lässt. Viele der in vergangenen Bauausstellungen entwickelten Neuerungen sind zum bereichernden Allgemeingut der Baukultur geworden. Dazu braucht es viel Mut, Risikofreude und Begeisterung der Initiatoren und Beteiligten, ebenso wie eine klare Strategie und ein kluges Kalkül der Realisierungschancen.

Welche Kriterien muss eine IBA erfüllen?

Jede IBA muss die Schranken herkömmlicher Routineverfahren in Architektur und Stadtplanung überwinden. Sie muss mit ihren Themen, Prozessen und Projekten über ihre Zeit hinaus weisen. Die Projekte sollen innovativ und exzellent sein, besonders in ihrer baulichen Realisierung. Jede IBA sollte auch über die Landesgrenzen hinaus relevant sein und internationale Ausstrahlung erlangen.

Was macht eine IBA international?

Alle IBAs sind international ausgerichtet – durch relevante Themen, die über den eigenen Wirkungskreis hinaus von Interesse sind, durch Beteiligung ausländischer Experten und durch Projekte von internationaler Strahlkraft. Sie beziehen fortschrittliche Architekten, Planer und andere Experten aus dem Ausland ein, greifen international diskutierte Fragestellungen auf und formulieren Qualitätsansprüche, die sich international messen lassen. Während der Präsentation werden Besucher aus dem In- und Ausland eingeladen.


Wie wird die Qualität von IBAs sichergestellt?

Jede IBA verfügt über eigene Beratungsstrukturen. Das Netzwerk der vergangenen und aktuellen IBA Akteure fördert darüber hinaus den Reflexions- und Lernprozess zwischen den einzelnen IBAs. Das in diesem Rahmen ausgearbeitete IBA Memorandum formuliert den Anspruch an eine IBA. Der Bund moderiert und unterstützt den Prozess der Qualitätssicherung im Rahmen der nationalen Stadtentwicklungs- und Baukulturpolitik. Das IBA Netzwerk wird durch einen IBA Expertenrat begleitet.

Wo kann man sich die Ergebnisse einer IBA anschauen?

Anders als temporäre Ereignisse werden IBAs nach Ende ihrer Laufzeit nicht zurückgebaut. Ihre Ergebnisse bleiben an den jeweiligen Standorten erhalten, können im öffentlichen Raum von Stadt und Region besichtigt sowie anschließend weiter entwickelt werden. Oft werden sie für Exkursionen, Reportagen, Forschungen und Tagungen genutzt, durch die sie – besonders in der Fachwelt – zu Orten der Begegnung und Weiterbildung werden.